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Schlusswort

Worten müssen Taten folgen!

Einige 1000 Worte haben gezeigt, dass Geisteswissenschaften es bei metaphysischen Spekulationen nicht belassen, sondern ihren realen Niederschlag in der Gesellschaft haben. Genauso wenig, wie man sich von einem Crashkurs-Chirurgen operieren lassen sollte, darf man daher Crashkurs-Geisteswissenschaftler ausbilden und auf die Gesellschaft loslassen.

Wir brauchen Qualität in den Geisteswissenschaften, und dafür muss man bereit sein zu zahlen.

Es geht dabei nicht um Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, sondern darum, das kulturelle Fundament zu pflegen und zu erhalten, auf dem eine moderne Gesellschaft beruht.

Eine Politik, die sich allein darauf konzentriert, die Wirtschaft und die "(Über-)Lebenswissenschaften" zu fördern, die Kulturwissenschaften hingegen darben lässt, ist anachronistisch. Sie unterhöhlt die Grundlage des modernen Demokratiegedankens: die geistige Emanzipation des einzelnen Menschen. Ohne diese Grundlage macht Demokratie keinen Sinn. Statt dringend nötige Förderungsmaßnahmen in Angriff zu nehmen, befindet man sich auf diesem Gebiet aber auf dem Sparkurs.

Nicht Pisa ist der Grund, weshalb wir Verbesserungen benötigen, sondern unser kulturelles und politisches Umfeld, da es durch die Geisteswissenschaften wesentlich gestaltet wird. Dazu reicht eine Ganztagsschule nicht aus, auch eine Tag- und Nachtschule würde nicht helfen. Wir brauchen keine quantitative Trichtermethode, sondern den Willen zu Qualität. Dafür muss man investieren. Auch Zeit ist Geld, und auch die muss man sich sowohl in den Schulen als auch an den Universitäten lassen.

Wer im Crashkurs und zu Billigpreisen produziert, kann nur die entsprechenden Ergebnisse erwarten. Aber die sind nicht gut genug. Die Gesellschaft hat ein Anrecht auf mehr: auf qualitätsvolle Geisteswissenschaften!

Enite Murswiek für das Team

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